hawi

 

Hallo Herr Pfr. Schäl, hallo Kirchenvorstand der Ev. Kirchengemeinde, hallo liebe Merenberger,
hiermit bewerbe ich mich -, nein, ich stelle mich erstmal vor, zumal ich die letzten 40 Jahre nicht in Merenberg gelebt habe.

Harry Wilhelm, 1953 in Ahausen geboren. 1959 sind wir als Familie, mit meinen Eltern Erich und Wilma sowie meinen Schwestern Ilona und Gabi und unserer Oma Elli nach Merenberg, in die Kirchgasse 40 gezogen, unmittelbar neben der „Pourt“. Dieses Haus wurde meinem Vater von seinem damaligen Arbeitskollegen Otto Bücher vermittelt, es war das Elternhaus von seinem Schwiegersohn Erwin Lemper.

Im Frühjahr 1960 hat unser Vater, vom damaligen Bürgermeister Wilhelm Wenzel in der *Huwies* einen Bauplatz zugewiesen bekommen, 4 Jahre hat er gebraucht, um in Eigenleistung unser Haus in Stand zu setzen, sodass wir dieses erstmalig beziehen konnten.

Er war ein einfacher Handwerker und ein guter Vater, unsere Mama, Oma auch meine Schwester Ilona und ich haben ihn, so wie wir konnten, unterstützt. Im April 1960 wurde ich in der Albert-Wagner-Schule Merenberg-Allendorf eingeschult, meine Schulzeit verlief bis zu 5. Klasse ohne besondere Vorkommnisse, ab dem 6. Schuljahr konnte man mich als „mäßigen“ Schüler bezeichnen, wobei dieser Begriff „mäßig“ noch gelinde war, ich habe mich einfach zurückgezogen, Hausaufgaben so „LaLa“, Beteiligung am Unterricht nur, wenn ich wollte. Das Verhältnis zu den Lehrern war angespannt, im 7. Schuljahr habe ich die Quittung erhalten, im 8. Schuljahr gab es ein ernstes Gespräch mit der Lehrerin Frau Träger und durch die Unterstützung des Lehrers Paul habe ich die Hauptschule mit einem vorzeigerbaren Abschluss verlassen und habe 1968 eine Lehre zum Mechaniker bei der Fa. H. Arnold in Weilburg begonnen.

Am Berufsschulunterricht an der Wilhelm Knappschule in Weilburg habe ich rege und gerne teilgenommen, die Ermahnungen von Frau Träger und Herrn Paul hatten Langzeitwirkung!

Ab der 3. Berufsschulklasse habe ich mich auf die Aufnahmeprüfung der Berufsaufbau- und Berufsoberschule vorbereitet, danach wurde ich als Wehrpflichtiger zur Technischen Marineschule in Bracke/ Unterweser eingezogen, vor Ablauf der Grundausbildung habe ich mich auf Anraten meines Vaters für 4 Jahre als Zeitsoldat verpflichtet, was für meine Entwicklung gut war!

Den überwiegenden Teil meiner Dienstzeit habe ich in der Grenzstadt Flensburg zu Dänemark verbracht, hier hatte ich Kontakt zu Dänen, Norwegern, habe deren Kulturen kennen gelernt, was mir als Bub aus dem beschaulichen Merenberg gut bekommen ist.  

Nach Abschluss meiner Dienstzeit bin ich wieder zurück nach Merenberg, habe an der Staatl. Technikerschule Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Mess- und Regeltechnik studiert.

Nach meinem Abschluss habe ich in Frankfurt am Main in einem Unternehmen der Mannesmann AG Karriere gemacht, dies war zur damaligen Zeit für „Weilburger Techniker“ nicht unüblich.

Auch hier hatte ich wieder Menschen, wie in meiner Hauptschulzeit in Merenberg, die mir durch Zureden und Mut machen geholfen haben.

Nach meiner Industrietätigkeit habe ich in Gießen an der Fachhochschule Energie- und Wärmetechnik studiert, mein Studium zum Diplomingenieur habe ich mit einem Prädikatsexamen abgeschlossen.  

Im Jahr 2000 habe ich mein Ingenieurbüro für Energie- und Wärmetechnik in meinem derzeitigen Wohnort Rodheim gegründet. Hier plane ich Industrie- und Heizkraftwerke sowie Regelanlagen für Müllverbrennungskraftwerke. Im Fach Umweltrecht und Anlagengenehmigung halte ich als Lehrbeauftragter der Technischen Hochschule Mittelhessen die Vorlesung für die Studenten im Studiengang Energiemanagement. 

Auch sollte ich erwähnen, dass ich drei Tage nach meiner Bundeswehrzeit meine Birgit in Merenberg kennengelernt habe. Heute sind wir 39 Jahre verheiratet und planen in 2 Jahren dauerhaft nach Merenberg in mein Elternhaus umzuziehen.
Auf diese Zeit freuen wir uns!

Abschließend zur Beantwortung der Frage, weshalb ich mich als Mitglied für den Kirchenvorstand bewerbe: Ich sehe in der Kirchenarbeit eine große Relevanz, um jungen Menschen in unsere Gesellschaft weiterzuhelfen. Ebenfalls kann ich so jungen Menschen helfen so wie mir damals in meiner Jugend geholfen wurde.